PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche
[28.12.2013]

Altenheim und Arzt

Mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) kam auch eine Vorschrift, dass Altenheime ab 1. Januar 2014 öffentlich darüber informieren müssen, ob und in welcher Weise mit ärztlichen und fachärztlichen Praxen zusammengearbeitet wird. Wie dies mit der seit Jahren beschworenen Entbürokratisierung im Gesundheitswesen zu vereinbaren ist, bleibt unklar.

Vollstationäre Pflegeeinrichtungen sind ab dem 1. Januar 2014 "verpflichtet, die Landesverbände der Pflegekassen unmittelbar nach einer Regelprüfung darüber zu informieren, wie die ärztliche, fachärztliche und zahnärztliche Versorgung sowie die Arzneimittelversorgung in den Einrichtungen geregelt sind. Sie sollen insbesondere auf den Abschluss und den Inhalt von Kooperationsverträgen oder die Einbindung der Einrichtung in Ärztenetze sowie den Abschluss von Vereinbarungen mit Apotheken hinweisen. Ob und welche Regelungen ein Pflegeheim hinsichtlich der ärztlichen, fachärztlichen und zahnärztlichen Versorgung sowie der Arzneimittelversorgung getroffen hat, kann ein wichtiges Auswahlkriterium bei der Suche nach einer Pflegeeinrichtung sein. Die Pflegekassen haben daher sicher zu stellen, dass diese Informationen für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen verständlich, übersichtlich und vergleichbar sowohl im Internet als auch in anderer geeigneter Form kostenfrei zur Verfügung gestellt werden."

Kommentar
Seit Jahren wird beklagt, dass besonders bei der fachärztlichen Versorgung von Altenheimbewohnenden einiges im Argen liegt. Hausbesuche zu organisieren, ist oft gar nicht möglich. Teil der Pflegereform 2008 war der Appell: stationäre Pflegeeinrichtungen sollten Kooperationsverträge mit niedergelassenen (Fach-)Ärzten abschließen. Es wurde die Möglichkeit geschaffen, mit Ärzte direkt anzustellen. Es war in den letzten Jahren wenig davon zu lesen, ob diese Regelung flächendeckend Verbesserungen brachte.
Nun müssen Altenheime Kooperationsvereinbarungen veröffentlichen. Es ist anzunehmen, dass oft nur mündliche Verabredungen getroffen wurden. Liegt schriftliches vor, könnte ein Akademiker Einspruch gegen die Veröffentlichung der Inhalte von Geschäftlichen Vereinbarungen erheben. Die Leitungen müssen also mit den Praxen klären, ob und was veröffentlicht werden darf. Das PNG stellt keine Mittel zur Verfügung, um Praxen und Einrichtungen intensive Kooperation zu erleichtern.
Namenslisten und Absichtserklärungen sagen wenig darüber aus, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
Die Pressemitteilung weist zwei mal darauf hin, dass diese Angaben "Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung helfen" könnten. Mir ist nicht klar, was "vergleichbare" Angaben zu (Fach-)Arztkooperationen mit der Qualität der pflegerischen Versorgung zu tun haben. Klar ist, dass die Erfüllung dieser Vorschrift Ressourcen binden wird, die nicht mehr für die Pflege am Bett zur Verfügung stehen.
Georg Paaßen

 

Neuregelungen im Jahr 2014 im Bereich Gesundheit und Pflege, Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums vom 5. Dezember 2013.
Ärztliche Versorgung in Pflegeheimen, unser Beitrag vom 7. November 2007.
Unsere Broschüre Pflegereform 2008 pdf Logo herunter laden.

Möchten Sie unsere
Nachrichten aus der Pflege
abonnieren?

[Über Verknüpfungen/Links ...]


[465. Nachricht aus der Pflege]