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[6.1.2014]

GesundheitsApps

BildAls gute Vorsätze für ein neues Jahr sind gesünder Leben und Abnehmen recht beliebt. Seitdem es Smartphones gibt, ist "there is an App for that" eine beliebte Redewendung. Die Stiftung-Warentest hat 12 Apps (kleine Programme zur Verwendung auf Smartphones) zum Thema Gesundheit vorgestellt, die jeweils sowohl für Android wie Apples iOS verfügbar sind. Wir haben genauer hingesehen und stellen drei kostenlose Apps zum Abnehmen vor. Nächste Woche geht es um Diabetes. Wie stehen die Chancen, sich vom Smartphone beim gesunden Leben unterstützen zu lassen?

BildApps zum Abnehmen

My-FitnessPal (kostenlos)

Nach der Installation auf einem iOS Smartphone muss die App registriert werden, wahlweise kann man sich auch über Facebook anmelden (Abbildung 1). Nachdem das Start- und das Wunschgewicht eingeben wurde, muss noch der persönliche Aktivitätsgrad (Abbildung 2), Geschlecht, Geburtsdatum und ein Nutzername mit Passwort sowie E-Mail-Adresse und Postleitzahl angeben werden. Anschließend verrät einem die App wie viele „Nettokalorien“ täglich erlaubt sind, um beispielsweise bis zum 13. Januar 2,3 kg abzunehmen.
Wenn man jetzt klickt, dass man mit der Aufzeichnung beginnen möchte, muss man einer Englisch-sprachigen AGB zustimmen. Ist das erledigt, kann Tagebuch geführt werden. Über das Pluszeichen werden Lebensmittel hinzugefügt. Wird ein abgepacktes Produkt genommen, kann der Barcode eingescannt und, falls das Erzeugnis in der Datenbank vorhanden ist, die Daten übernommen werden. Wahlweise besteht auch die Möglichkeit nach dem Produktnamen zu suchen. Von den zugeführten Kalorien müssen die verbrauchten selbstverständlich abgezogen werden. Hierzu stehen zwei Kategorien zu Wahl: Ausdauer- und Krafttraining. Da fragt sich die erfahrene Hausfrau wozu zähle ich Bügeln? Ein Klick weiter klärt auf, das beim Krafttraining Serien, die Wiederholung der Serie und das Gewicht der Serie angegeben werden muss, wohingegen beim Ausdauertraining die Dauer (in Minuten) und die verbrannten Kalorien eingetragen werden. Wenn man also nicht weiß wie viel Kalorien bei der Tätigkeit verbraucht werden, kann man sie auch nicht eintragen. Eine eigene Kategorie ist das Wasser, dass in Anzahl Tassen protokolliert wird. My-FitnessPal lässt sich mit bestimmten Körperwaagen verbinden und warnt wenn an einem Tag zu wenig Kalorien zugeführt werden. Die Stiftung Warentest hat den Datenschutz bei der App für iOS-Geräte als unkritisch für Android hingegen als kritisch beurteilt.

Registrierung Aktivitätslevel Übersicht
Abbildung 1: Registrierung Abbildung 2: Auswahl des Aktivitätsgrads Abbildung 3: Übersichtsbildschirm bei My-FitnessPal

ShapeUp Club (kostenlos)

Auch ShapeUp Club kann nur nach einer Registrierung genutzt werden. Zu Beginn dieses Vorgangs wird gefragt in welchem Einheitensystem er oder sie die Angaben gerne machen möchte, zur Wahl stehen das amerikanische, das britische, das australische und das europäische System mit cm, kg und Kalorien (Abbildung 1). Nach dem Eintrag von Geschlecht, Geburtsdatum, Größe und Gewicht werden Angaben zum Aktivitätsgrad ausgewählt. Danach kann das Zielgewicht angeben werden und wie viel Gewicht man pro Woche abnehmen möchte. Statt eines Benutzernamens wird hier die E-Mail-Adresse + Passwort angeben. Einer AGB wird dabei ebenfalls zugestimmt, diese ist auf den ersten Blick aber nicht sichtbar.
Nun erscheint ein Kreis mit den verschiedenen Mahlzeiten (Abbildung 2). Durch Antippen einer Kategorie wie Frühstück können Lebensmittel gesucht und hinzugefügt werden. Tippt man Brötchen ein, so stehen eine Vielzahl von Brötchen mit den Kalorienangaben zur Auswahl. Je differenzierter die Angaben eingegeben werden, desto leichter lässt sich das entsprechende Produkte finden. Auch hier können Barcodes eingescannt werden.
Bei der Eingabe des Trainings begegnen einem einige englische Beschriftungen. Hilfreich ist die Liste der enthaltenen Tätigkeiten. Darin sind neben verschiedenen Sportarten wie Joggen, Boxen, Schwimmen auch andere Aktivitäten wie Autowaschen (121 kcal/30 min), Holz hacken (175 kcal/30 min), Sex (179 kcal/30 min), sowie Shopping (107 kcal/30 min) aufgelistet und auch Reinigung ist mit 86 kcal/30 min enthalten. Zwar wäre diese Liste noch ausbaufähig, aber die vorgeschlagenen Trainingsmöglichkeiten geben einem unbedarften Nutzer zumindest Anhaltspunkte, wie viele Kalorien bei einer Aktion verbraucht werden. Es können auch neue Tätigkeiten mit dem dazugehörigen Kalorienverbrauch eingeben werden. Zurück zur Startseite ist man wieder im Bild wie viele Kalorien noch verbraucht werden dürfen. Den Datenschutz bewertete die Stiftung Warentest bei der iOS-Version als unkritisch, bei der Android-Version als kritisch.

Auswahl des Einheitensystem Startbildschirm von ShapeUp Club
Abbildung 1: Auswahl des Einheitensystems Abbildung 2: Startbildschirm von ShapeUp Club

FatSecret (kostenlos)

Sehr angenehm sticht hier hervor, dass gleich zu Beginn die Nutzungsbedingungen gezeigt werden und zwar in deutscher Sprache. Nach der Zustimmung erfolgen die Angaben zum Geschlecht und der gewünschten Maßeinheit, wobei hier die Wahl zwischen Pfund/Fuß/Zoll und dem metrischen System besteht. Bei der Angabe des Geburtsdatum schleichen sich aber auch bei dieser APP einige englische Sprachbrocken ein.
Bei der Angabe wie schnell Gewicht verloren werden soll, wird hier keine Kalorienangabe ausgesucht, sondern zwischen Gewicht zunehmen, halten oder einem allmählichen oder gemäßigten Gewichtsverlust gewählt. Danach kommen Angaben zum Land, ein Benutzername, E-Mail-Adresse sowie die Eingabe eines Passworts. Die Mitgliedschaft muss später über einen Link bestätigt werden. Zu den einzelnen Mahlzeiten werden Lebensmittel hinzugefügt, die aus einer Liste ausgesucht, in der Datenbank gesucht oder mit Barcodes eingescannt werden können. Zusätzlich kann die Liste per Hand ergänzt werden.
Aktivitäten heißen hier nicht Training, sondern Übung. Wie bei ShapeUp Club werden neben einzelnen Sportarten auch andere Aktivitäten wie Autofahren, Einkaufen, Musizieren, Schaufeln, Hausarbeit und Stehen aufgeführt. Wobei jede Aktivität nur einmal ausgewählt werden kann, anschließend muss die Zeit erhöht werden. Wie viel Kalorien bei der Übung verbraucht wurden, erscheint erst nach dem speichern. Wobei die App FatSecret für Einkaufen nur 99 kcal/30 min, berechnet, wohingegen shoppen bei ShapeUp Club mit 107 kcal/30 min zu Buche schlägt. Zur Übersicht (Abbildung 1) gelangt man, wenn der Home-Button, das kleine Haus oben links, gedrückt wird. Unten auf der Seite kann bei der „Schnellwahl“ direkt zu bestimmten Lebensmitteln, verschiedenen Restaurants und Ketten, beliebten Marken und Supermarkt Marken geklickt werden.
FatSecret ist die einzige App, bei der mit Ausnahme der Startseite unten im Bildschirm Werbung eingeblendet wird. Die Stiftung Warentest hat den Datenschutz sowohl bei der iOS-, als auch der Android-Anwendung als sehr kritisch beurteilt.

Startbildschirm von FatSecret Zufügen von Mahlzeiten
Abbildung 1: Übersichtsbild-schirm von FatSecret Abbildung 2: Hinzufügen von Mahlzeiten

Fazit

Es ist sehr reizvoll, nicht in Tabellen zu blättern, sondern Barcodes zu nutzen, um Kalorienwerte zu ermitteln. Auch die angebotenen Zielvorgaben, oder Vergleiche im Bekanntenkreis können motivierend sein.

Auf den zweiten Blick bleiben viele Fragen offen: Bei keiner Anwendung ist nachvollziehbar, auf welcher Basis einzelnen Tätigkeiten genau 99, 107 oder 179 kcal pro 30 min und nicht 120 oder 88 kcal zugeordnet werden. Da bei den Nahrungsmittelinformationen weitgehend auf Gewichtsangaben zu den Portionsgrößen verzichtet wird, gibt's auch hier Ungenauigkeiten. Das schränkt die Aussagekraft der automatisch ermittelten Zielvorgaben oder Prognosen erheblich ein.
Jede App braucht Einarbeitung und keine App nimmt es einem ab, auf die Waage zu steigen.
Man kann seine Lebenszeit damit verbringen den Umgang mit Touchscreen und App zu perfektionieren, zu jedem Happen und zu jedem Getränk und zu jeder körperlichen Aktivität Daten mit dem Smartphone zu erfassen.
Muss man aber nicht.
Es könnte sinnvoller sein, zu lernen, welche Lebensmittel die Gesundheit fördern und schmecken. Statt die Finger auf dem Touchscreen könnten die Menschen auch den ganzen Körper bewegen.
Die eingegebenen Daten lassen sich oft nur mit der Smartphone APP betrachten und auswerten. Ein neues Smartphone oder eine veraltete APP können leicht dazu führen, dass die Informationen unwiederbringlich verloren gehen. Papier hat noch einen weiteren Vorteil: wer mag kann noch nach Jahren in den Notizen lesen.

Immer muss ein „Benutzerkonto“ eingerichtet und eine E-Mail-Adresse angegeben werden. Den Firmen wäre es also möglich auf der Basis unserer Eingaben vielerlei Schlüsse zu unserem Konsumverhalten und vielleicht auch zu unserem Gesundheitszustand zu ziehen. Es ist dringend davon abzuraten, dabei den wirklichen Namen anzugeben. Es ist auch sehr empfehlenswert, eine zusätzliche E-Mail-Adresse nur für diesen Zweck zu verwenden. Trotzdem bleibt es technisch möglich, die Informationen aus der App mit einem Smartphone, einem Google- bzw. iTunes-Account, vielleicht auch mit einer Telefonnummer zu verknüpfen. Das wäre für Werbetreibende von großem Interesse. Sind solche Daten einmal irgendwo gespeichert, können sie vielfach kopiert und verbreitet werden. Ist dieses Risiko durch den Nutzen gerechtfertigt?

Wir stellen eine Alternative zur Wahl: AppNehmen analog pdf Logo.

Unser Beitrag zu DiabetesApps.

 

Gesundheits-Apps. Ich weiss wie viel du wiegst, in der Zeitschrift test, Ausgabe 11/2013, Seiten 84 bis 88. (Viele Bibliotheken legen diese Zeitschrift aus.)
Smartphones helfen Lebensrettern, unser Beitrag über eine App der Deutschen Herzstiftung vom 23. November 2012.
IGeL oder nicht IGeL, unser Beitrag über eine App der AOK, die zu den IGeL Angeboten in deutschen Arztpraxen informiert (30. September 2013).

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