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[14.1.2014]

DiabetesApps

BildWer lernen muss, mit Diabetes umzugehen, muss viel mit Blutzuckerwerten, Nährwertinformationen und Energieverbräuchen jonglieren. Bis vor wenigen Jahren bedeutete das, sich sehr häufig an den Schreibtisch setzen zu müssen. Heute tragen viele Menschen ihr Smartphone ständig bei sich. Nach dem Motto „There is an App for that ...“ werden auch Diabetes-Programme angeboten. Hier können Informationen gespeichert und Berechnungen angestellt werden. Bei Bedarf lassen sich gezielt Daten aufrufen, um sie zum Beispiel bei der Diabetes Beratung zu zeigen. Manche Apps bieten auch Exportfunktionen. Wie stehen die Chancen, sich vom Smartphone beim gesunden Leben unterstützen zu lassen?

BildApps für Menschen mit Diabetes

DiabetesPlus Typ 2 (kostenlos)
Version 1.6.1

Nach dem Installieren und Öffnen der App sieht man erstmal eine leere Seite mit 5 Navigationspunkten: Tagebuch, Grafik, Statistiken, Export, Einstellungen. Dieser letzte Punkt sollte als erstes bearbeitet werden, denn hier werden auch die gewünschten Maßeinheiten bestimmt. Unter dem Navigationspunkt können der eigene Name, das Geburtsdatum und die E-Mail Adresse des Arztes gespeichert werden. Ebenso findet hier die Konfiguration aktiver Sportarten statt, sowie die Medikamenteneinstellungen. Wer möchte kann mithilfe von DiabetesPlus Typ 2 Werte zu Blutdruck, Puls und Gewicht verwalten. Im nächsten Schritt können der Blutzuckerzielbereich konfiguriert und die Maßeinheit für die Mahlzeiteneingabe festgelegt werden. Zur Wahl stehen BE, KE und KH.
Durch Klicken des Plus-Zeichens legt man ein neues Tagebuch an, so können für Tag und Uhrzeit Blutzucker-Messwerte, Mahlzeiten, sportliche Aktivitäten, Kennzeichnungen und Notizen hinzugefügt werden. Für die Eingabe der Mahlzeiten werden die Broteinheiten, Kohlenhydrate (KH) oder Kohlenhydrateinheit (KE oder KHE) hinzugefügt. Es gibt keine Datenbank, mit der die BE/KE/KH für Lebensmittel ermittelt werden könnten. Für die einzelnen Mahlzeit wird jeweils ein neuer Tagebuch-Eintrag hinzugefügt. Die Eingabe der Blutzuckerwerte erfolgt je nach den vorgenommenen Einstellungen in mmol/l oder mg/dl. Bei den Kennzeichnungen finden sich Anmerkungen wie "Vor dem essen", "Schwitzen", "Sehstörungen", "Schwäche" und "Verwirrtheit". Es wird angeboten, die Blutzucker-Werte grafisch darzustellen. Die Wahl besteht zwischen der Monats- und der Tages-Ansicht und beim Diagramm-Typ kann man sich zwischen Torten- oder Liniendiagramm entscheiden.
Die eingetragenen Werte können als PDF-Datei exportiert und anschließend direkt gedruckt, per E-Mail versendet, oder auf DropBox (http://de.wikipedia.org/wiki/Dropbox) hochgeladen werden. Falls dies Vor-eingestellt wurde, besteht auch die Möglichkeit die Daten als CSV-Datei zu exportieren.

DiabetesPlus Typ 2 wird mit der Unterstützung der Firma MSD (http://www.msd.de/) zur Verfügung gestellt.
Anbieter: SquareMed Software GmbH.

Eintrag hinzufügen Auswahl der Sportart Tagesübersicht
Abbildung 1: Hinzufügen eines Tagebucheintrags Abbildung 2: Auswahl der Sportart Abbildung 3: Tagesübersicht

Glucolog Lite (kostenlos)
Version 1.6.6

Nach der Installation von Glucolog Lite sind die Nutzungsbedingungen zu akzeptieren. Dann wird man aufgefordert die Einstellungen vorzunehmen und an seine Bedürfnisse anzupassen. Hier werden die persönlichen Daten und Blutzuckerschwellen eingegeben sowie die Maßeinheiten für den Blutzuckerspiegel und die Kohlenhydrate festgelegt. Als Maßeinheit für die Kohlenhydrate besteht die Auswahl zwischen g und oz. Außerdem werden die Tageszeiträume angepasst und unter der Rubrik "Messungen" lässt sich ein Keton- und ein Insulinmanagement hinzufügen. Zusätzlich kann ein firmeneigenes BZ-Messgerät für die BZ-Messungen ausgewählt werden (Abbildung 1). Die Bestätigung der Eingaben erfolgt durch Drücken der Return-Taste. Die Uhrzeit wird immer in angelsächischer Manier mit AM und PM angegeben.
Um neue Werte einzugeben wird unter dem Menüpunkt "Glukose" das Plus-Zeichen gedrückt und dann die Werte eingegeben. Bei Glucolog Lite gibt es keine integrierte Datenbank, die Kohlenhydrate der einzelnen Mahlzeiten müssen selbst ausgerechnet werden. Die Auswertungen erreicht man durch eine Wischgeste von links nach rechts. Nacheinander wird das Glukose-Tagebuch, ein Glukose-Diagramm und die Blutzuckerspiegel-Statistik angezeigt.
Eine Export-Funktion ist nicht vorgesehen. Der Umgang mit dem Programm ist nicht besonders intuitiv und erfordert einige Einarbeitungszeit.

Diese App wird im Auftrag von A. MENARINI diagnostics Deutschland erstellt.
Anbieter: Zucchetti Centro Sistemi S.p.A.

Messgeräte Tagesansicht der Glucosezufuhr Glucose-Tagebuch
Abbildung 1: Auswahl der Messgeräte Abbildung 2: Tagesansicht der Glucosezufuhr Abbildung 3: Glucose-Tagebuch

Diabetes Companion
Version 2.3.0

Nach der Installation muss man die allgemeinen Nutzungsbedingungen akzeptieren und sich mit E-Mail Adresse und Passwort registrieren. (Zur Zeit bekommen Telekom-Kunden für 90 Tage die Companion Pro Version.) Danach können die Einstellungen vorgenommen werden. Neben der Wahl der Art der Insulintherapie müssen die Einheiten für Blutzucker (mmol/l oder mg/dl) und Kohlenhydrate (Gramm/Kohlenhydrateinheiten/Broteinheiten) ausgewählt werden (Abbildung 1). Anschließend erfolgt die Eingabe des Blutzucker-Zielbereichs sowie die Grenzwerte für die Über- und Unterzuckerung. Soundeffekte und die Verwendung von Fotobibliotheken können ausgeschaltet werden.
Diese App bietet Erklärungen zu den einzelnen Einträgen, so fällt die Einarbeitung deutlich leichter. Sollte man zu einem Symbol eine Frage haben, klickt man einfach darauf und ein "Hilfe-Fenster" wird eingeblendet. Wenn das nicht reicht, kann ein Benutzerhandbuch als PDF-Datei heruntergeladen werden. Eine Suchfunktion wird durch Anklicken der Lupe aufgerufen.
Für einen neuen Tagebucheintrag wird das Plus-Zeichen geklickt (Abbildung 2). Bei der Companion Pro Version kann von jeder Mahlzeit ein Foto geschossen und hinzugefügt werden. Die Eingaben der Werte erfolgt durch Anklicken der einzelnen Punkte, wie Blutzucker, Nahrung, Bolus und Aktivität. Am Ende besteht noch die Möglichkeit Notizen einzufügen und die Mahlzeit anzuklicken, sowie den Gemütszustand und die Art der Tätigkeit auszuwählen. Mit jedem Tagebucheintrag wird das Diabetes-Monster gefüttert. Je mehr man sich um das Monster kümmert, umso mehr Punkte bekommt man. Diese Punkte werden auf einem blauen Balken angezeigt. Ziel ist es am Tag 50 Punkte zu erhalten, die man aber nur bekommt, wenn fleißig Werte eingetragen werden.
Die Menüpunkte werden durch anklicken der drei Streifen oben links eingeblendet. Die Exportfunktion erreicht man durch Anklicken des Menüpunktes "Reports". Es erlaubt den Export der Werte als PDF-Datei über eine bestimmte Zeitspanne oder einen Zeitraum von zwei Wochen oder drei Monaten. Die Werte können als Nachricht/E-Mail versandt oder in einem Dropbox Account gespeichert werden. Ebenso besteht die Möglichkeit die PDF-Datei auszudrucken. Beim Menüpunkt "Profil" können persönliche Angaben ergänzt werden. Klickt man den Menüpunkt "Home" an, verlässt man das Menü wieder und es wird erneut die Startseite angezeigt.
Die App macht Spaß, so öde die Protokollierung der Daten ist, durch die Spielereien werden sie einem versüßt.

Anbieter: by my Sugr GmbH

Einstellungen vornehmen Startbildschirm Auswahl der Aktivität
Abbildung 1: Auswahl der Blutzuckereinheiten Abbildung 2: Startbildschirm Abbildung 3: Auswahl der Aktivität

Fazit

Engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels und angepasste Ernährung sind der Schlüssel für ein Leben ohne massive Einschränkungen durch die chronische Krankheit Diabetes. Alles was bei Dokumentation und Auswertung hilft, ist zu begrüßen. Ein Smartphone ist zu teuer um‘s herumliegen zu lassen. Der eingebaute Wecker kann daran erinnern, Werte und Besonderheiten zu dokumentieren. Eine Schreibunterlage wird nicht gebraucht und Grafiken werden automatisch erstellt. Wegen der Möglichkeit auch Daten auszuwerten, die über Monate erfasst wurden, ist die Dokumentation ausschließlich auf Papier und ohne Computerunterstützung keine ernstzunehmende Alternative.
Um gemessene Blutzuckerwerte nicht mühsam mit Datum und Uhrzeit eintippen zu müssen, können manche Testgeräte mit einem PC und/oder einem Smartphone gekoppelt werden, um Daten automatisch zu übertragen. Es lohnt sich darüber nachzudenken, ob die ohnehin genutzten Geräte und Programme dazu kompatibel sind.

Selbst kostenlose Angebote zum "AppNehmen" werden mit einer Lebensmittel-Datenbank verknüpft. Das macht es möglich mit dem Smartphone Barcodes einzulesen und die Nährwertangaben automatisiert weiter zu verarbeiten. Das wäre gerade für Menschen mit Diabetes sehr nützlich, wird von diesen Apps aber nicht angeboten. Schade.
Wer ohnehin bei Portionsgrößen und Kohlehydratgehalt oft auf Schätzungen angewiesen ist, wird es schwer haben, den Nutzen der vorgestellten Apps zu erkennen. Schließlich kann in einer Tabellenkalkulationen am PC eine Datei erstellt werden, die perfekt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die Werte ließen sich dann deutlich schneller eintragen und und es gibt mehr Möglichkeiten die Daten auszuwerten und grafisch darzustellen.
Der Haken ist: lässt sich ein Weg finden, der die Datenerfassung auch auf einem Smartphone möglich macht. Wir haben zwei kostenlose Tabellenkalkulationen getestet - es gelang uns noch nicht einmal mit Grundfunktionen umzugehen. Vielleicht haben Sie bereits eine App dafür? Vielleicht ist‘s leichter mit Google Docs oder Apple Numbers umzugehen?

Risiken und Nebenwirkungen
Daten zur eigenen Gesundheit auf irgendwelchen Servern irgendeiner Firma zu speichern und zu verwalten ist nicht jedermanns Sache. Selbst wenn die Nutzungsbedingungen leidlich verständlich und verbindlich wären ... sind Name, Erkrankung erst einmal halb-legal oder kriminell weiter gegeben, sind sie nicht mehr zurück zu holen.
Immer muss ein "Benutzerkonto" eingerichtet und eine E-Mail-Adresse angegeben werden. Den Firmen wäre es also möglich auf der Basis unserer Eingaben vielerlei Schlüsse zu unserem Gesundheitszustand zu ziehen. Es ist dringend davon abzuraten, dabei den wirklichen Namen anzugeben. Es ist auch sehr empfehlenswert, eine zusätzliche E-Mail-Adresse nur für diesen Zweck zu verwenden. Trotzdem bleibt es technisch möglich, die Informationen aus der App mit einem Smartphone, einem Google- bzw. iTunes-Account, vielleicht auch mit einer Telefonnummer zu verknüpfen. Das wäre für Werbetreibende von großem Interesse.
Urte Paaßen

Als das Wünschen noch geholfen hat ...
Bestimmt würden viele smartphonenutzende DiabetikerInnen eine komfortable App genießen. Vielleicht ließe sich ein Sponsor finden, der die Nutzung einer Lebensmitteldatenbank finanzierte? Vielleicht ließe sich ein großer Selbsthilfeverband finden, dessen Mitglieder gern daran mitwirken eine solche Datenbank mit eigenen Einträgen zu erweitern? Vielleicht ließe sich eine App entwickeln, die keine persönlichen Daten auf Servern speichert, sondern Gesundheitsinformationen nur auf den Geräten verarbeitet, die die Nutzenden sehen und benutzen? Aber sowas gibt‘s wohl nur in Märchen ...
Georg Paaßen

Zu unserem Beitrag über GesundheitsApps zum Abnehmen

 

Gesundheits-Apps. Ich weiss wie viel du wiegst, in der Zeitschrift test, Ausgabe 11/2013, Seiten 84 bis 88. (Viele Bibliotheken legen diese Zeitschrift aus.)
Smartphones helfen Lebensrettern, unser Beitrag über eine App der Deutschen Herzstiftung vom 23. November 2012.
IGeL oder nicht IGeL, unser Beitrag über eine App der AOK, die zu den IGeL Angeboten in deutschen Arztpraxen informiert (30. September 2013).

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