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[24.2.2014]

Wie möchten wir sterben?

Wie ist es, wenn das Leben zu Ende geht? In manchen Heimatmuseen ist zu betrachten, dass vor hundert Jahren die Begegnung mit dem Tod, mit Trauer und mit Verstorbenen alltäglich waren. Nachbarschaften halfen sich gegenseitig bei der Sterbebegleitung, beim Zurechtmachen der Verstorbenen oder bei der Ausrichtung des Leichenschmaus. Aus dem Alltag der Konsumgesellschaft ist der Tod fast völlig verbannt und zum Tabuthema geworden. So scheuen die meisten Menschen davor zurück, sich ernsthafte Gedanken darüber zu machen, wie sie sterben möchten. Eine Broschüre der Kirchen kann helfen.

Wer möchte schon gern "an Schläuchen hängend" sterben? Seit Jahren bestätigen Umfragen in den Industrieländern immer wieder, dass die weitaus überwiegende Zahl der Menschen zuhause sterben möchten. Statistiken zeigen aber, dass weit über 80 % der Sterbenden ihre letzten Stunden in Krankenhäusern oder Altenheimen verleben.
Wer möchte, dass am Lebensende die medizinische und pflegerische Versorgung nicht nach allgemeinen Standards erfolgt, sondern individuelle Wünsche beachtet werden, kann vorsorgen.
Dabei gibt es, wie so oft in Deutschland, einige bürokratische Hürden. Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung können nur dann sinnvoll sein, wenn man sich vorher einige Gedanken gemacht und mit rechtlichen Anforderungen auseinandergesetzt hat.

In Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung kann eine (oder mehrere) Person(en) benannt werden, die dann entscheiden können, falls man sich selbst nicht mehr sinnvoll äußern können sollte. Solcher Entscheidungsgewalt sind Grenzen gesetzt. Bei Lebenswichtigem muss ein Gericht befragt werden.
Behandlungswünsche sollten möglichst konkret beschrieben werden. Dabei können Beispiele sinnvoll sein. Ein Gespräch mit dem Hausarzt ist dringend zu empfehlen. Nur bei wenigen Menschen muss entschieden werden, ob "die Geräte abgeschaltet" werden. Das ist für die nächsten Angehörigen (und auch für die Gesundheitsprofis) oft sehr belastend. Offene Gespräche über Wünsche und Befürchtungen zu Sterben und Tod können helfen. Wenn der Notfall wirklich eintritt, muss eine Notärztin die Patientenverfügung auch finden können. Damit schriftliche Erklärungen Anerkennung finden, müssen sie nicht nur unterschrieben sein. Es sind auch einige weitere Vorschriften zu beachten...

Seit Jahrhunderten werden Kirchenleute angesprochen, wenn es um Leben und Tod geht. So haben evangelische und katholische Kirche in Deutschland Erfahrungen mit Entscheidungen am Lebensende zusammengetragen und in einer Broschüre veröffentlicht. Darin werden konkrete Situationen beschrieben und rechtliche Hinweise gegeben. Viele Anregungen für gemeinsame Überlegungen mit denjenigen, die im Fall des Falles in unserem Namen entscheiden müssten. Auch wenn Sie "nix mit Religion am Hut" haben.

 

Christliche Patientenvorsorge, gemeinsame Broschüre der Deutschen Bischofkonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Zusammenarbeit mit zahlreichen Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), 2013. ( Einen Link zum Download der PDF Datei gibt's in der rechten Spalte.)
Wie wir sterben wollen, unser Beitrag zu eine Befragung des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (2012).

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