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[12.3.2014]

Fukushima: Vertuschung und Verharmlosung

ippnw-Logo Am 11. März 2011 bebte die Erde vor der Ostküste Japans. Der folgende Tsunami ertränkte tausende Menschen und zerstörte das 'sparsam' gesicherte Atomkraftwerk Fukushima. In deutschen Zeitungen ist nur noch wenig zu der Katastrophe zu finden, die noch auf Jahrzehnte den Alltag vieler Menschen in der Katastrophenregion bestimmen wird. Beim IPPNW wurden auch zum dritten Jahrestag aktuelle Fakten zusammengestellt.

"Seit März 2011 treten täglich radioaktive Isotope aus den havarierten Reaktoren 1 bis 3 sowie dem beschädigten Abklingbecken von Reaktor 4 aus. Die Katastrophe dauert bis zum heutigen Tag an, auch wenn die Atomindustrie und Institutionen wie die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) ... von einem singulären Ereignis sprechen ... Die Atomkatastrophe in Fukushima hat erneut gezeigt, dass auch ein hoch industrialisiertes Land wie Japan die Risiken der Atomenergie nicht kontrollieren kann. Neben der Präfektur Fukushima kamen Menschen in ganz Japan in Kontakt mit radioaktiven Isotopen – über die eingeatmete Luft, das Meerwasser oder kontaminierte Lebensmittel ... Die chronische Belastung großer Bevölkerungsteile mit niedrigen Strahlendosen stellt gesundheitspolitisch die größte Herausforderung in den kommenden Jahrzehnten dar ...
Die wohl höchsten Strahlendosen erhielten in Fukushima, ähnlich wie im Zuge des Super-GAUs von Tschernobyl, die Kraftwerksmitarbeiter und Rettungskräfte [etwa 25.000 Menschen] ... Die wohl umfangreichste wissenschaftliche Untersuchung der gesundheitlichen Folgen des radioaktiven Niederschlags in Japan stellt die Schilddrüsen-Reihenuntersuchung von Kindern aus der Präfektur Fukushima dar. Zwischen März 2011 und Dezember 2013 wurden insgesamt 269.354 Kinder unter 18 Jahren der ursprünglich etwa 360.000 in Fukushima lebenden Bevölkerung dieser Altersgruppe untersucht. Für 254.280 der Kinder liegen Ergebnisse vor, 1.796 hatten verdächtige Befunde. Bei 33 Kindern wurde Schilddrüsenkrebs festgestellt. Das bedeutet ... 13,0 pro 100.000 Einwohnern." Der Normalwert liegt bei etwa 0,35 Schilddrüsen-Karzinome bei Menschen unter 18 Jahren pro 100.000 Einwohnern in Japan.
Fukushima: Das atomare Zeitalter beenden pdf Logo, IPPNW Aktuell vom 28. Februar 2014.
"Auch drei Jahre nach der Atomkatastrophe halten das Verschweigen, Vertuschen und Verdrängen der offiziellen japanischen Stellen an. Die Geheimhaltung der unbequemen Wahrheiten ist durch das neue japanische Geheimhaltungsgesetz sogar noch einfacher und umfangreicher geworden. Die Vertuschung beginnt bereits mit den amtlichen Mess-Stationen. Sie rechnen die Umgebungsstrahlung systematisch herunter ... Das japanische Umweltministerium hat inzwischen eingeräumt, dass seine Geräte einen Konstruktionsfehler aufweisen: Um den Messsensor des Geräts herum wurden Blei-Akkus zur Gewährleistung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung angeordnet. Blei jedoch ist eines der für Strahlung undurchdringlichsten Materialien."
Systematische Verharmlosung der Folgen, IPPNW-Pressemitteilung vom 17. Februar 2014
Fukushima Disaster, IPPNW Themenseiten
Auch drei Jahre nach dem Beben leben noch etwa 28.000 Menschen in Notunterkünften oder Behelfswohnungen. Deren Alltag wird durch den Mangel bestimmt: zu wenig Platz, Schwierigkeiten mit der Heizung im Winter oder der Klimaanlage im Sommer. Die schlechten Lebensbedingungen machen sich auch gesundheitlich bemerkbar. Die Japan Times berichtet, dass in der Präfektur Fukushima 1.664 Todesfälle mit den Lebensumständen der Evakuierten in Verbindnung gebracht würden. Die Zahl ist höher als die 1.603 Toten der Präfektur, die direkt auf Erdbeben und Tsunami zurück zu führen sind.
Prolonged evacuee life takes toll, Artikel in The Japan Times am 11. März 2014
Gedanken zu Fukushima pdf Logo. Als Altenpfleger interessiere ich mich weniger für die Unterschiede zwischen den Maßeinheiten Becquerel und Curie, die Effektivität von Dekontaminationserfindungen, Firmenzusammenbrüche oder Staatsgarantien. Ich interessiere mich dafür, wie die Menschen, vor allem alte Menschen, nach den Katastrophen ihren Alltag bewältigen, weiter leben und weiter sterben. Nach solchen Berichten habe ich 2013 im Internet gesucht. Heraus gekommen ist ein sechs-seitiger Text, den ich nach Aktivitäten des täglichen Lebens gegliedert habe. So ähnlich machen wir das in der Pflegedokumentation.

 


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