PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche
[20.5.2014]

Allein, pflegebedürftig, arm

Ein Teil des demographischen Wandels ist, dass immer mehr Menschen alt und pflegebedürftig werden, die in einem Single-Haushalt leben. Die Auswertung von mehr als zwei Jahrzehnten statistischer Daten zeigt, dass besonders Alleinstehende, die auf pflegerische Hilfen angewiesen sind, mit materiellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

"Die meisten Deutschen wollen in den eigenen vier Wänden altern und gepflegt werden. Aber die Grenzen häuslicher Pflege werden immer dann deutlich, wenn verschiedene Risikofaktoren wie beispielsweise ausgeprägte Pflegebedürftigkeit, soziale Isolation oder geringes Einkommen zusammenkommen. Davon sind alleinlebende Pflegebedürftige besonders betroffen, wie eine repräsentative Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zeigt. Ein Forscherteam des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) untersuchte ... insbesondere die Frage, wie Pflegebedürftige ihre Versorgung im eigenen zu Hause organisieren und welche Faktoren die Gestaltung der häuslichen Pflege maßgeblich beeinflussen ...
Insgesamt leben 44 Prozent der Pflegebedürftigen allein, 42 Prozent in einem Zweipersonenhaushalt und lediglich 14 Prozent in Haushalten mit mindestens drei Personen. Dabei gibt fast jeder fünfte alleinlebende Pflegebedürftige an, keine Vertrauensperson zu haben. Neben den emotionalen Konsequenzen dieser Einsamkeit, bedeutet dies auch, dass diese Personengruppe im Fall von gesundheitlichen Krisen oder bei Behördengängen niemanden hat, dem sie vertrauen und auf den sie sich wirklich verlassen kann.
Zudem verdeutlicht die ZQP-Studie, dass alleinlebende Pflegebedürftige auch finanziell am stärksten durch Pflege belastet sind. Mehr als die Hälfte [dieser Personen] muss monatlich durchschnittlich 400 Euro aufwenden, während größere Haushalte mit rund 230 Euro deutlich weniger Geld für die Pflege aufbringen müssen. Insgesamt betrachtet verwendet etwa die Hälfte aller Pflegehaushalte in Deutschland durchschnittlich 20 Prozent des Nettohaushaltseinkommens, um die Pflege zu Hause organisieren zu können. Überdies bestehen bei den meisten Haushalten kaum finanzielle Reserven...
Die Inanspruchnahme pflegerischer Unterstützung variiert dabei zwischen den Haushaltsgrößen deutlich: Während von den Alleinlebenden 46 Prozent ausschließlich informell [also von Angehörigen oder Bekannten] gepflegt werden, trifft dies bereits auf 73 Prozent der Zweipersonenhaushalte und 88 Prozent der Haushalte mit mindestens drei Personen zu. Umgekehrt kombinieren 55 Prozent der Alleinlebenden informelle mit formeller Hilfe bzw. verlassen sich vollständig auf formelle Pflege, während dies nur auf 27 Prozent der Zweipersonenhaushalte und 12 Prozent der Mehrpersonenhaushalte zutrifft.
Datengrundlage dieser Studie im Auftrag des ZQP ist vor allem der für die Forschung frei zugängliche Datensatz des Haushaltssurveys Sozioökonomisches Panel (SOEP) des DIW Berlin. Mit dem SOEP kann ein Zeitraum von 28 Jahren untersucht werden (1984-2011). Im Jahr 2011 nahmen knapp 20.000 Personen, die in fast 13.000 Haushalten lebten, an der Stichprobe teil. Aufgrund des großen Stichprobenumfangs werden auch relativ viele ältere Personen erfasst. Im Jahr 2011 waren über 1.000 der 21.336 befragten Erwachsenen 80 Jahre oder älter."

 

Alleinlebende Pflegebedürftige in Krisensituationen häufig auf sich gestellt, Pressemitteilung des ZQP vom 7. Mai 2014
Internetseite der Initiative Armut durch Pflege.

Möchten Sie unsere
Nachrichten aus der Pflege
abonnieren?

[Über Verknüpfungen/Links ...]


[488. Nachricht aus der Pflege]