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[3.7.2014]

Pflege und Unterernährung

Mit zunehmendem Alter lässt bei einigen Menschen der Appetit nach. Die Ursachen können vielfältig sein: Kau- und Schluckbeschwerden, Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen. Das jemand Untergewicht hat, kann auch an innerer Unruhe und gesteigerter körperlicher Aktivität liegen. Oft sind es pflegende Angehörige, die dann eingreifen müssen. In Altenheimen stellen sich die gleichen Fragen, hier gilt es aber, viele bürokratische Vorschriften zu beachten. In einer Broschüre haben wir grundsätzliche Überlegungen zu Untergewicht von Pflegebedürftigen zusammengefasst. Außerdem finden Sie praktische Tipps, wie von Angehörigen und Profis aus Hauswirtschaft und Pflege reagiert werden kann.

Es gibt Menschen, die auf die Dauer zu wenig Energie und/oder Flüssigkeit zu sich nehmen. Das hat Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Mattigkeit und Konzentrationsstörungen können das Sturzrisiko steigern. Auch die körpereigene Abwehr wird geschwächt. Ist die Flüssigkeitsaufnahme viel zu gering, kann das zu Verwirrtheit führen. Ein gesunder Körper wird Warnsignale senden und ein gesunder Geist wird angemessen reagieren.
Bei vielen Menschen, die auf pflegerische Hilfen angewiesen sind, klappt das aber nicht mehr zuverlässig. Dann müssen Pflegepersonen Verantwortung übernehmen: Jedes Symptom für sich genommen kann das Wohlbefinden einschränken und ernstliche Erkrankungen nach sich ziehen. Deshalb ist es der Mühe wert, gründlich über Unterernährung nachzudenken.
In Broschüren zur Unterernährung wird gelegentlich vorgeschlagen, servierte Portionen und Reste auszuwiegen, um exakt bestimmen zu können, wie viele Kalorien aufgenomen wurden. Dazu müssen Waagen angeschafft werden. Auswiegen, dokumentieren und die "Auswertung" benötigen Zeit. Dann wird in der Pflegedokumentation vielleicht notiert: "von 150 g Apfelmuskonserve wurden nur 85 g gegessen". Nicht zu lesen wäre vielleicht, dass der Pflegebedürftige mit viel Appetit einen frischen Apfel gegessen hätte ... aber nur wenn jemand den in mundgerechte Stücke verarbeitet hätte, statt Formulare auszufüllen.
Angehörige und Pflegeprofis stoßen immer wieder an ihre Grenzen. Da hilft es nicht, hohe Ansprüche zu formulieren, die im Alltag nicht umzusetzen sind. Kreativität und Gelassenheit sind auch nötig, wenn Unterernährung begegnet werden soll.
Eine Hauswirtschaftsmeisterin und ein Altenpfleger haben zusammen geschrieben, was ihnen aus professioneller Sicht wichtig erscheint. Dazu gehört auch, dass Pflegeeinrichtungen mehr Verantwortung zu übernehmen haben, als pflegende Angehörige. Der Expertenstandard und die Regeln zur Vergabe der Pflegenoten werden auch beschrieben.
"Trotz aller Vorschriften ist das wichtigste, die Lebensqualität der Pflegebedürftigen und die Möglichkeiten der Pflegenden im Blick zu behalten."

 

Internetseite mit unserer Broschüre zur Unterernährung (Juli 2014).
Erklärungen dazu, wie Hilfen bei der Nahrungsaufnahme berücksichtigt werden, wenn es um die Pflegestufen geht.

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