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[28.7.2014]

2014: Pflegenoten Pro und Contra

Schon kurz nach der Einführung der Pflegenoten hagelte es 2009 Kritik. Fünf Jahre später lädt das Ärzteblatt mit Elisabeth Scharfenberg (MdB, Grüne) und Peter Prick (MDS) zwei bekannte Namen der pflegepolitischen Debatte zu Pro und Contra Pflegenoten ein. Sie tragen die wichtigsten Argumente zum Thema vor.

Dr. Peter Prick vom Medizinischen Dienst hebt hervor, dass die Pflegenoten "eine wichtige und unverzichtbare Informationsquelle für Pflegebedürftige und deren Angehörigen" seien. Er bedauert, dass im derzeitigen System die Heime inzwischen "im Bundesdurchschnitt eine Note von 1,2 erhalten". Die Note Sehr Gut habe wenig mit der Versorgungswirklichkeit zu tun. Die Pflegenoten müssten reformiert und Kernkriterien stärker gewichtet werden. "Hierzu zählen die Vermeidung von Druckgeschwüren oder Stürzen, die Wundversorgung, eine angemessene Ernährung oder der Umgang mit Menschen mit Demenz." Derlei scheitere an der "Ablehnungsfront der Leistungserbringer ... Statt leichtfertig der Abschaffung der Pflegenoten das Wort zu reden, ist die Politik gefordert, den Rahmen für aussagefähige Pflegenoten zu schaffen."

Elisabeth Scharfenberg ist Bundestagsabgeordnete (Grüne) und pflegepolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Sie bringt ihre Kritik auf die Formel: "Die Pflegenoten messen nicht die Qualität der Pflege, sondern die Qualität der Dokumentation." Zeit und Energie der Pflegekräfte sollte in die Pflege investiert werden und nicht ins Schreiben. Scharfenberg fordert, die "Pflegenoten mit sofortiger Wirkung auszusetzen. Da sie nichts aussagen, werden sie auch Niemandem fehlen. Für die Zukunft brauchen wir Kriterien, die die Qualität in der Pflege abbilden. Die Anforderungen an diese Qualitätskriterien sollten von einem unabhängigen und multidisziplinär besetzten Institut für Qualität in der Pflege erarbeitet werden ... Gute Pflege orientiert sich an der Förderung eines selbstbestimmten Lebens und an den Bedürfnissen der Menschen, die Unterstützung und Hilfe erhalten."

Beide tragen keine neuen Argumente vor - das meiste davon mussten wir schon 2009 lesen.
Seit dem wurde wenig bewegt. Fortschritt wird manchmal eine Schnecke genannt. Bei den Pflegenoten ist das noch übertrieben.
Gleichzeitig suchen Tag für Tag tausende Menschen nach "guten Pflegeeinrichtungen".
Sie stehen im Regen.
Georg Paaßen

 

Ein Pro und Contra zu Pflegenoten , Artikel auf www.aerzteblatt.de vom 28. Juli 2014.
Unser Beitrag: Pflegenoten: mehr Bürokratie und weniger gute Pflege zur Suche des MDK Rheinland Pfalz nach Alternativen zum bestehenden System (22.3.2013).
Pflegequalität vergleichbar machen, unser Beitrag vom 19.4.2012 über die wissenschaftlich begleitete Suche nach Alternativen zu den Pflegenoten in Münster.
Umfassende Erläuterungen zu den Pflegenoten finden Sie auf www.pflegenoten.info

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