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[12. September 2014]

Die Schwiegertochter als Pflegezentrum ist ein Auslaufmodell

In Sonntagsreden wird seit vielen Jahren wieder und wieder betont, dass die Familien für die Versorgung von Pflegebedürftigen unverzichtbar sind. Auch das viele pflegende Angehörige am Rande der Überlastung lavieren, ist bekannt. Scheibchenweise wird mehr Unterstützung organisiert - doch auch 2014 sind die Leistungen der Pflegeversicherung im Vergleich mit den Leistungen der Pflegenden ein Tropfen auf den heißen Stein. Die TK hat untersuchen lassen, welche Auswirkungen das hat.

"Sieben von zehn Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Die große Mehrheit von ihnen, zwei Drittel, werden ausschließlich durch Angehörige betreut. Kurzum: pflegende Angehörige sind unverzichtbar für die Versorgung. Die Datenlage zur gesundheitlichen Situation der Pflegenden" in Deutschland "ist bisher jedoch dünn. Das Wissenschaftliche Institut der Techniker Krankenkasse (TK) hat daher in einer Studie mehr als 1.000 pflegende Angehörige zu Gesundheit und Befinden, Belastungen und Unterstützungsmöglichkeiten befragen lassen.
Die Ergebnisse zeigen: Die Pflege eines Angehörigen ist kräftezehrend und belastet die Gesundheit der Pflegenden ... Ständig in Bereitschaft zu sein, strengt 55 Prozent der Befragten sehr an. Die Hälfte der Pflegenden fühlt sich oft körperlich erschöpft, gut ein Drittel hin- und hergerissen zwischen den Anforderungen der Pflege und denen der Umgebung, zum Beispiel Job oder Familie. Drei von zehn Befragten geben sogar an, die Pflegesituation greife die eigene Gesundheit an.
Kein Wunder, dass nur wenige Pflegende ihren Gesundheitszustand positiv einschätzen: Während bei einem Bevölkerungsquerschnitt sechs von zehn Befragten ihre Gesundheit als gut oder sehr gut beurteilen, ist dies bei den pflegenden Angehörigen nicht einmal die Hälfte (45 Prozent) ...
Die Studie hat auch nach den ausschlaggebenden Gründen, eine Pflegeaufgabe zu übernehmen, gefragt. Fast die Hälfte der Pflegenden antwortet mit Pflichtgefühl und Familienzusammenhalt. Die Studie zeigt jedoch auch, dass dieser soziale Kitt zunehmend bröckelt. Familiärer Zusammenhalt spielt umso weniger eine Rolle, desto jünger die Befragten sind ...
'Für die Zukunft müssen wir andere Antworten finden. Wir müssen Pflege anders als heute organisieren', erklärt Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK. 'Die informelle Pflege von Angehörigen ist künftig in diesem Umfang nicht mehr leistbar. Die Schwiegertochter als Pflegezentrum ist ein Auslaufmodell.'"

 

TK-Pflegestudie: Pflegende Angehörige treiben Pflichtgefühl und Familienzusammenhalt an, doch der soziale Kitt bröckelt, Pressemeldung der Techniker Krankenkasse vom 10. September 2014.
Erläuterungen zu den Leistungen der Pflegekassen für pflegende Angehörige.
Gleiche Rechte für Pflegende!, unser Beitrag vom 4. Mai 2009.
Diskriminierung pflegender Angehöriger, unser Beitrag vom 13. Juli 2009.
Pflege ist Gesundheitsrisiko, unser Beitrag vom 5. März 2011.
Unterstützung für Angehörige von Demenzkranken, unser Beitrag vom 21. September 2012.
Unterstützung für pflegende Angehörige ist Wirtschaftsförderung, unser Beitrag vom 4. Mai 2013.
Angehörige sind der "größte Pflegedienst der Nation"!, unser Beitrag vom 12. September 2013.
Angehörige und Demenzkranke gemeinsam in den Urlaub, unser Beitrag vom 29. Januar 2014.

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