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[26. September 2014]

Laumann: Pflegenoten in die Tonne

FFA LogoKarl-Josef Laumann ist für offene Worte bekannt. In Frankfurt sprach der Patientenbeauftragte der Bundesregierung über Reformen in der Pflegeversicherung. Er engagiert sich für weniger Bürokratie und will deshalb die Pflegenoten radikal anders vergeben sehen.

"'Es soll wirklich etwas passieren in der Pflege, vor allem weniger Bürokratie', unterstrich Staatssekretär Karl- Josef Laumann (MdB, CDU) am 6. August 2014 vor rund 80 Gästen im Haus des Caritasverbands Frankfurt ... Nach der Rede des Bundespolitikers machten sich Heimleitende des Frankfurter Forums für Altenpflege (FFA) Luft. Sie hatten sich bereits ab 1998 erfolgreich bei der Stadt Frankfurt für Demenzbetreuung in Heimen eingesetzt, deren Finanzierung das Pflegegesetz ab 1996 ausgeschlossen hatte ... Und 2012 wehrten diese sich öffentlich gegen die Pflegenoten. Aber noch immer kostet die Benotung unnötig viel Arbeitszeit, die der Pflege an den Heimbewohnern verloren gehe, so das streitbare Gremium.
Zu Beginn zeigte sich Laumann erstaunt darüber, dass das Pflegebudget der neuen Pflegereform um 6 Mrd. Euro erhöht werde, aber keine Stimme sich öffentlich dagegen erhebe. Dies führte er darauf zurück, dass eine breite Solidarität für die Pflege in Bevölkerung und Verbänden herrsche. Das heißt, die Pflegesituation müsse erheblich verbessert werden. 'Das, was finanziert wird, muss auch in der Pflege und bei den Pflegebedürftigen ankommen', betonte der Redner, der damit auch signalisierte, dass bislang zu viel Geld in anderen Kanälen versickert ist.
Kernstück der Reform ... sei der geänderte Pflegebedürftigkeitsbegriff, für den eine neue Einstufungssystematik erprobt werde. Es gehe darum, auch Demenzerkrankte für die Einstufung zu erfassen. Sie machten heute gut 50 % der Menschen mit Pflegebedarf aus. Deren Betreuung wurde in den letzten beiden Jahrzehnten nicht oder nur unzureichend finanziert. Laumann sagte, dass sich die Kosten für Demenzbetreuung nun auf 2,6 Mrd. Euro belaufen sollen. 'Wir brauchen mehr Personal für die Betreuung'. Dieses werde ab 1.1.2015 in Heimen für alle Bewohner mit einem Schlüssel von 1: 20 bereitgestellt und das gehe ohne Antragstellung der Heime.
'Wir müssen noch viel mehr in regionalen Strukturen denken', denn gerade auf dem Lande werde sich die Pflegesituation zuspitzen und in den Städten seien das Quartier und das Ehrenamt gefragt, so der Politiker. Um mehr über den Lebenszusammenhang und den Umgang in den Heimen selbst zu erfahren, sei das ehrenamtliche Engagement älterer Menschen in den Einrichtungen eine wichtige Informationsquelle im und fürs Quartier. Dies leisteten nicht die Pflegenoten, die einen unsinnigen Dokumentationsaufwand verursachten."

 

Pflegenoten können Sie in die Tonne hauen, und kein Mensch wird sie vermissen! pdf-Logo, Pressemitteilung des Frankfurter Forums für Altenpflege (FFA) vom 18. September 2014.
Internetseite des Patientenbeauftragten der Bundesregierung.
Am 31. März 2011 ging Prof. Thomas Klie einen radikalen Schritt. Er forderte öffentlich die Vergabe von Pflegenoten einzustellen. Zusammen mit Franz J. Stoffer schrieb er:
Nein zu Pflege-Noten. Unterstützen Sie das Moratorium.

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