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[29. September 2014]

Sterbebegleitung zu Hause durch Pflegeprofis!

MarieCurie LogoWo möchten Sie sterben? Seit Jahren werden immer wieder Umfragen dazu veröffentlicht. Egal ob britische oder deutsche Studien: die weit überwiegende Mehrheit der Menschen möchten zu Hause sterben. Ambulante Palliativpflegedienste leisten einen wichtigen Beitrag dazu, diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.

In Großbritannien wird vom Marie Curie Nursing Service (MCNS) seit Jahren ambulante Palliativpflege organisiert. Dieser Dienst ist fester Bestandteil der Angebote des nationalen Gesundheitsdienstes (NHS). Der MCNS hat eine wissenschaftliche Untersuchung in Auftrag gegeben, die die letzten 90 Tage eines Menschenlebens mit und ohne professionelle Sterbebegleitung vergleicht.
In einer Vorgängerstudie wurden Daten zu 29.000 Patienten ausgewertet. Der Vergleich mit Patienten die ähnliche Kriterien erfüllten, die aber ohne spezielle Palliativversorgung auskommen mussten zeigte: weniger Palliativpflege bedeutet mehr Zeit in Krankenhäusern. Vor allem aber wurde gezeigt, dass mit der Unterstützung durch geschulte Pflegeprofis 77 % das Ende des Lebens zu Hause verbringen konnten; in der Vergleichsgruppe waren es nur 35 %.
Als Pflegekraft sind mir diese Zahlen Anlass genug, um den flächendeckenden Ausbau ambulanter Palliativpflegeangebote zu fordern. Jeder Mensch der gegen seinen Willen das Ende seines Lebens in einem Krankenhaus verbringen muss, ist einer zu viel. Befragungen von Hinterbliebenen zeigen, dass auch sie mehrheitlich die Versorgung zu Hause positiver bewerten, als die Erfahrungen in Krankenhäusern.

In Debatten zur Gesundheitspolitik, ob in Großbritannien oder in Deutschland, kann wenig bewegt werden, wenn mehr Geld ausgegeben werden muss. So ist die Leitung des Marie Curie Nursing Service einen Schritt weiter gegangen: es wurde verglichen welche Kosten für welche Leistungen der medizinisch-pflegerischen Versorgung in den letzten 90 Tagen eines Menschenlebens entstehen. Gewertet wurden die Ausgaben für die ambulante ärztliche und die Versorgung durch normale Pflegedienste, die Kosten für's Hospital und der Aufwand für die spezialisierte ambulante Palliativpflege.
Ohne häusliche Palliativpflege wird mehr als die Hälfte des Geldes für die Versorgung im Krankenhaus ausgegeben. Für die ambulante ärztliche, pflegerische und palliativpflegerische Versorgung muss bei der zweiten Möglichkeit mehr Geld aufgewendet werden, dafür sinken die Krankenhauskosten erheblich.
Die Interessen der Sterbenden passen also zum Wunsch nach Kostendämpfung: mit professioneller Palliativpflege sinken die Ausgaben für die letzten 90 Tage um etwa 15 %.

Georg Paaßen

Diagramm zu den Ausgaben

 

The cost of end of life care outside of hospital, Pressemitteilung des Marie Curie Nursing Service (MCNS) vom 26. September 2014 mit Links zur Studie (englisch).
Zu Hause sterben, unser Artikel zur Vorgängerstudie des Marie Curie Nursing Service (MCNS) vom 7. Januar 2013.
Wie wir sterben wollen, unser Beitrag zu einer Umfrage des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) vom 22. August 2012.
Verzweiflung der Sterbebegleiter, unser Artikel zur ambulanten Palliativversorgung in Hessen vom 31. März 2009.

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