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[8. November 2014]

Gehirnjogging gegen Demenz?

Versprechen, dass beworbene Produkte die Gesundheit fördern, sind weit verbreitet. Es wird auch immer wieder propagiert, dass Knobel- und Denkspiele Vergesslichkeit und sogar Demenzerkrankungen vorbeugen könnten. Dazu haben 70 Wissenschaftsprofis eine Erklärung veröffentlicht: Beweise für solche Werbeversprechen gibt es nicht! ... Was Niemandem den Spaß am Spielen verderben muss.

„Spielend geistig fit. Klingt das nicht verheißungsvoll? Die Werbung lässt uns glauben, dass wir mit bestimmten Gehirnjogging-Computerspielen unsere geistige Leistungsfähigkeit steigern und sogar Demenzkrankheiten wie Alzheimer vorbeugen können – und all dies angeblich wissenschaftlich fundiert. Nicht selten ist in der Werbung von Wissenschaftlern entwickelt zu lesen. Doch wie wirksam ist das computerbasierte Gehirnjogging wirklich?
Die bisherige Forschung belegt die Behauptungen der kommerziellen Anbieter nicht, stellen nun über 70 international anerkannte Kognitionspsychologen und Neurowissenschaftler fest. In einer gemeinsamen Erklärung machen sie darauf aufmerksam, dass die Behauptungen der Gehirnjogging-Anbieter wissenschaftlich nicht belegt sind ... 'Es ist üblich, dass Werbung Produktvorzüge hervorhebt. Oft jedoch hängen die Behauptungen der Spielefirmen nur scheinbar mit der zitierten Forschung zusammen', sagt Laura Carstensen, Professorin für Psychologie an der Stanford University und Direktorin des Stanford Center on Longevity ...
Auch für Gehirnjogging-Spiele gilt: Übung macht den Meister. Wer viel spielt, steigert seine Leistungen. Die Werbung erweckt aber den Eindruck, dass die Leistungssteigerungen nicht auf die Spiele selbst begrenzt sind. Stattdessen soll einen der Lernerfolg beim Spielen generell schlauer machen, gegen geistigen Abbau schützen und die Kompetenz im Umgang mit Alltagsproblemen steigern. Für dieses Versprechen gibt es derzeit keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege ...
Kernaussagen der Stellungnahme im Überblick:
Es ist nicht belegt, dass Gehirnjogging die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit steigert.
Werbung für Gehirnjogging-Spiele, die behauptet, Alzheimer- oder andere Demenzformen verhindern oder heilen zu können, ist wissenschaftlich unbegründet.
Körperliches Training (aerobes Fitnesstraining) steigert die körperliche Gesundheit und wirkt nachweisbar positiv auf die Durchblutung des Gehirns und auf kognitive Leistungen.“

Aufzaehlung Erläuterungen zur Bedeutung von Demenz und eingeschränkter Alltagskompetenz im System der ab 2017 gültigen Pflegegrade.

 

Gehirnjogging am Computer hält nicht, was es verspricht, gemeinsame Erklärung von internationalen Kognitions- und Neurowissenschaftlern (21.10.2014).
Schützt geistige Aktivität vor Alzheimer?, Artikel im Archiv der Deutschen Alzheimer Gesellschaft aus dem Jahr 2002.

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