PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche
Zur Vorlesefunktion
[14. November 2015]

Pflegereform 2017

Jetzt wurde im Bundestag beschlossen, was 2017 wirken soll. Um Demenzkranke endlich in der Pflegeversicherung besser zu stellen, wird kräftig umgebaut. Bisher entscheidet der Zeitaufwand der Pflegepersonen über die Pflegestufe. Künftig wird begutachtet, wie weitgehend jemand noch selbst für sich sorgen kann, um einen von fünf Pflegegraden zu vergeben. Wichtig: Es wird garantiert, dass alle die 2016 Leistungen bekommen, 2017 nicht weniger erhalten (Bestandsschutz).

Am 13. November 2015 beschloss der deutsche Bundestag eine neuerliche Pflegereform. Damit bekommt die Einführung der fünf Pflegegrade zum 1. Januar 2017 Gesetzesrang.
Minister Gröhe betont, das vor allem die Interessen der Demenzkranken besser berücksichtigt werden. Das ist der Hauptgrund für die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Bei der Beurteilung ob und in welchem Umfang jemand auf pflegerische Hilfen angewiesen ist, werden dann die Fähigkeiten der Menschen in den Blick genommen. An diesen Paradigmenwechsel werden weitere Hoffnungen geknüpft: mehr Möglichkeiten zur Rehabilitation, mehr Zeit damit Pflegende vorhandene Fähigkeiten erhalten und fördern können.
Diese Reform garantiert den Bestandsschutz für alle Pflegebedürftigen, die bereits Leistungen erhalten. Sie werden auch 2017 mindestens die Leistungen bekommen, die ihnen nach heutigem Recht zustehen.
Um mehr Zeit für die Pflege nutzen zu können, müssen mehr Pflegeprofis Zeit haben.
Vielfach wird diese Reform kritisiert, weil sie weder verbindliche Regelungen enthält, um mehr Personal zu finanzieren noch um die Zahl der Pflegeprofis in Deutschland zu erhöhen. „Mehr Zeit ist aber das Wichtigste für Menschen mit Demenz“ (Heike von Lützau-Hohlbein, Deutsche Alzheimer Gesellschaft). Dieses Thema wird auch vom Berufsverband Pflegeberufe angesprochen: „Die größte Reform der Pflegeversicherung seit deren Begründung könne aber nur vollendet werden, wenn sich die prekäre Situation der beruflich Pflegenden verbessere ... Ein erster Schritt dafür wären deutschlandweit einheitliche Personalschlüssel für die stationäre Versorgung ... Unzumutbare Arbeitsbedingungen schrecken viele Pflegefachpersonen davon ab, in der direkten Klientenversorgung zu arbeiten ... Wir haben keinen Mangel an Pflegefachpersonen! Wir haben einen Mangel an Pflegefachpersonen, die in der Pflege arbeiten wollen!”
Pia Zimmermann (MdB, Die Linke) fragte im Bundestag: Wie ist es, „eigentlich noch selbstständig zur Toilette gehen zu können und dennoch eine Windelhose tragen zu müssen, weil die Zeit fehlt? Die Zeit wird weiter fehlen, weil es keine zusätzlichen Pflegekräfte gibt; denn sie sind in Ihrem Gesetzentwurf gar nicht vorgesehen“.
Die Reform bringt eine bessere Absicherung von pflegenden Angehörigen in der Rentenkasse und weitet Regelungen zu Kurzzeit- und Verhinderungspflege aus. Auch die Möglichkeiten Pflegeberatung, Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Anspruch zu nehmen werden nochmals erweitert.
Der Patientenbeauftragte Laumann weist darauf hin, dass der jetzige „Pflege-TÜV“ entsprechend dieser Beschlüsse spätestens 2018 durch ein neues System ersetzt werden wird. Dass die untauglichen Pflegenoten noch so lange weiter geschleppt werden sollen, wird heftig kritisiert.
Die Leistungen der Pflegeversicherung für Altenheime werden verändert. „Damit werden die Kosten für die Versorgung von Heimbewohnern in höheren Pflegegraden auf die Bewohner mit niedrigen Pflegegraden verschoben“, so Caritas-Präsident Peter Neher.
Im Namen der Volkssolidarität wird die Reform als wichtiger Schritt begrüßt. Es fehle jedoch eine angemessene Dynamisierung der Leistungen: „Wir können es uns nicht leisten, einerseits berechtigt hohe Anforderungen an die Qualität der Pflege zu stellen und andererseits einen Ausgleich der über viele Jahre eingetretenen Wertverluste bei den Pflegeleistungen weiter vor uns her zu schieben.“ Um das zu finanzieren sei es nötig, die Pflegeversicherung zu einer Bürgerversicherung um zu gestalten.

Ausführliche Informationen und viele Links zum Bundestagsbeschluss finden Sie auf unseren Seiten www.pflegegrade.de.


mit WhatsApp teilen Logo
[568. Nachricht aus der Pflege]

Möchten Sie unsere
Nachrichten aus der Pflege
abonnieren?



--Werbung--