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[15. Dezember 2015]

Frauen.Arbeit.Rente.

Was fällt Ihnen zu „Frauenarbeit“ ein? Hausfrau, Krankenschwester ... vielleicht. Wird genau gezählt, so zeigt sich immer wieder, dass es weit überwiegend Frauen sind, die privat oder beruflich pflegen. Viele Frauen entscheiden in der Folge für Teilzeitbeschäftigungen, gegen Versetzungen oder Beförderungen. In den Pflegeeinrichtungen sind es vor allem Frauen, die ohne formelle Qualifikation arbeiten, also schlechter bezahlt werden. So erhalten Frauen in der Regel erheblich geringere Rentenzahlungen - Trotz der vielen Sonntagsreden, in denen die Bedeutung der Sorgearbeit hervorgehoben wird.

„Mit einem vom Bundesfamilienministerium geförderten Symposium zum Thema Frauen.Arbeit.Rente. führte die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) am 23./24. Oktober 2015 die gesellschaftspolitische Debatte um eine Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf fort. Die Hauptreferate in Mainz hielten Brigitte L. Loose von der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin und die Ökonomin Prof. Dr. Adelheid Biesecker aus Bremen. In Workshops wurden die Zusammenhänge zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit und Alterssicherung vertieft.
‘Frauen erwerben auch heute noch im Lebensverlauf durchschnittlich nur gut die Hälfte der Rentenanwartschaften von Männern. Dabei wissen wir aus der aktuellen Erhebung zur Zeitverwendung, dass sie wöchentlich eine Stunde mehr als Männer arbeiten, allerdings immer noch fast doppelt so lange unbezahlt wie bezahlt’, so Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der kfd.
Die kfd fordert seit langem eine existenzsichernde Sockelrente für alle, um Erwerbsunterbrechungen und Zeiten für die Sorgearbeit besser im Lebensverlauf abzufedern. Gleichzeitig setzt sie sich für bessere Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten ein. Zur zukünftigen Alterssicherung von Frauen ist die Aufwertung der Erwerbstätigkeit von Frauen in den sogenannten "Careberufen" wie Erziehung, Pflege und Hauswirtschaft ebenso wichtig wie die Umwandlung der Minijobs in sozialversicherte Beschäftigungen.
‘Erwerbsarbeit, Sorgearbeit und ehrenamtliche Arbeit sind gesellschaftlich gleichermaßen notwendig und wertvoll. Das muss sich aber auch in den sozialen Sicherungssystemen, insbesondere in der Alterssicherung, zeigen’, so Opladen.
Besonders von Altersarmut gefährdet sind Frauen, wenn sie ohne soziale Absicherung in privaten Haushalten arbeiten und so die häusliche Sorgearbeit entlasten. Die kfd macht sich hier für die Schaffung fair bezahlter und sozialversicherter Beschäftigung auch in diesem Bereich stark. Ein weiteres Armutsrisiko für Frauen ist die Pflege von Angehörigen zu Hause. Auch hier fordert die kfd eine deutlich bessere Anerkennung in der gesetzlichen Rentenversicherung.“

kfd-Symposium „Frauen.Arbeit.Rente.“, Themenseite der kfd mit Links zu den Vortragstexten.
Die Pflegevereinigung CarersUK hat für eine Anhörung Daten den Einkünften von Frauen gesammelt. Sie betonen, dass eine große Zahl von Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren Pflegeverantwortung tragen. Das hat Folgen für berufliche Chancen und spätere finanzielle Absicherung.
Stellungnahme: Response to Women and Equalities Committee Gender Pay Gap Inquiry vom 9. Dezember 2015.
Sorge um Menschen = Sorge um Rente, unser Beitrag vom 3. März 2015.
Die Schwiegertochter als Pflegezentrum ist ein Auslaufmodell, unser Beitrag vom 12. September 2014.
Angehörige sind der "größte Pflegedienst der Nation"!, unser Beitrag vom 4. Mai 2013.
Pflege ist Gesundheitsrisiko, unser Beitrag vom 5. März 2011.
Gleiche Rechte für Pflegende!, unser Beitrag vom 4. Mai 2009.


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