PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche
Zur Vorlesefunktion

Stichworte

Für die wichtigsten Stichworte zur Einstufung in eine Pflegestufe
haben wir hier kurze Erklärungen geschrieben.

... zur Stichwortliste



Aufzaehlung Pflegezeit

Pflegezeit [Gesetzestext] meint die Freistellung der Angestellten von der Arbeit, damit sie nahe Angehörige pflegen können. Als nahe Angehörige gelten Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwister, Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder, die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, Schwiegerkinder und Enkelkinder. Mit der Pflegereform 2015 wurden Stiefeltern, Schwäger/innen und lebenspartnerschaftsähnliche Gemeinschaften hinzugefügt.
Im Pflegezeitgesetz (PflegeZG) werden verschiedene Formen der Arbeitsbereiung unterschieden.

Die kurzzeitige Arbeitsverhinderung (§ 2 PflegeZG) meint die Arbeitsbefreiung bis zu 10 Tagen, um "in einer akut aufgetretenen Pflegesituation" pflegen und/oder die Pflege organisieren zu können. Arbeitgeber können eine ärztliche Bescheinigung über die Notwendigkeit der Pflege verlangen.
Als Pflegezeit wird auch die geplante Befreiung von der Arbeit bis zu 24 Monaten (§§ 3 und 4 PflegeZG). Es kann in dieser Zeit auch Teilzeit gearbeitet werden. Es gibt Möglichkeiten dies mit Steuergeldern bezuschussen zu lassen.
Für die Begleitung schwerstkranker Angehöriger in der letzten Lebensphase von bis zu drei Monaten, wurde ein Rechtsanspruch ab 1.1.2015 geschaffen.

Manche dieser Regelungen gelten nur für Betriebe mit mehr als 15 oder mehr als 25 Angestellten.
Eine Grafik aus dem Ministerium macht es etwas anschaulicher.
Besonderer Kündigungsschutz gilt meist vom Tag der Ankündigung bis zum letzten Tag der Arbeitsbefreiung.

Auf den Internetseiten www.minijob-zentrale.de wird darüber informiert, dass auch Mini-Jobber Anspruch auf das Pflegeunterstützungsgeld (§ 44a SGB XI Absatz 3) haben.

Das PflegeZG wurde federführend im Bundesfamilienministerium entwickelt. Dort gibt es Informationsmaterial und Möglichkeiten telefonisch 030-201 791 30 oder schriftlich Fragen zu stellen.

Im wirklichen Leben spielt nicht nur eine Rolle, was im Gesetz steht, sondern auch, welche Reaktionen im Betrieb zu erwarten sind. Es ist zu vermuten, dass in den allermeisten Unternehmen noch nie Leistungen nach dem PflegeZG beantragt und in Anspruch genommen wurden. Es ist vielleicht eine gute Idee, nicht sofort die Vorgesetzten anzusprechen, sondern zuerst bei Betriebsrat, Personal- oder Mitarbeitervertretung vorzufühlen.
Georg Paaßen

! Diese Erklärungen sind nur als allgemeine Information gedacht. Wie in allen juristischen Fragen empfehlen wir Ihnen dringend Ihre individuelle Situation von einer qualifizierten Rechtsberatung (Berufsverbände, Verbraucherberatung, Rechtsanwälte) prüfen zu lassen. !

mit WhatsApp teilen Logo
... zur Stichwortliste



--Werbung--