Pflegestufe 0

Wem im Dezember 2016 schon „eingeschränkte Alltagskompetenz“ (siehe BRi, Seiten 40-1 und §45a SGB XI) bescheinigt wurde, wird zum Januar 2017 automatisch auf Pflegegrad 2 umgestellt.
Details zur Überleitung.

In öffentlichen Debatten wird seit vielen Jahren beklagt, dass der Hilfebedarf, der infolge Alzheimer oder einer psychischen Erkrankung mit ähnlichen Folgen entsteht, sehr unzureichend berücksichtigt wird.

Als die Pflegeversicherung eingeführt wurde, musste entschieden werden, wer in welchem Umfang Leistungen bekommen kann. Dazu wurden drei Pflegestufen eingeführt. Es wurden politische Entscheidungen getroffen, um die Ausgaben zu begrenzen. Bei der Einstufung wird ein deutlicher Schwerpunkt auf den Bereich der Grundpflege gelegt. Es wird berücksichtigt, welche Hilfen nötig sind, um Körperpflege, Kleiden, Toilettengänge, Nahrungsaufnahme und die dazu nötigten Wege zu bewältigen. Hilfen bei der Freizeitgestaltung, allgemeine Beaufsichtigung und Betreuung, aber auch ärztlich verordnete Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege spielen bei der Einstufung kaum eine Rolle.
Um die Pflegestufe I zu erreichen, müssen regelmäßig und auf Dauer, täglich, durchschnittlich Hilfen im Umfang von mindestens 90 Minuten nötig sein und davon müssen mindestens 46 Minuten auf mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege entfallen.
Viele Menschen, die regelmäßig Unterstützung brauchen, um in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, sind nicht auf so umfangreiche Hilfen angewiesen.
Das wird in der Umgangssprache Pflegestufe 0 genannt.
Wenn "eingeschränkte Alltagskompetenz" (siehe BRi, Seiten 40-1 und §45a SGB XI) bescheinigt wurde, können seit 2015 bis zu 208 € pro Monat für die Nutzung gerontopsychiatrischer Zusatzangebote in Anspruch genommen werden – auch wenn nicht die Pflegestufe I zugesprochen wurde (siehe §45b SGB XI).
Mit der Pflegereform 2015 wurde beschlossen, dass für diesen Personenkreis monatlich 123 € Pflegegeld / bis zu 231 € für Sachleistungen pro Monat gezahlt werden.
• Besteht regelmäßiger Pflegebedarf, ohne die Voraussetzungen einer Pflegestufe zu erfüllen, können auch die Beratungsbesuche (siehe § 37 Absatz 3, SGB XI) in Anspruch genommen werden. In diesem Rahmen können Pflegefachkräfte, die sich vor Ort auskennen, oft nützliche Hinweise geben.
• Die meisten stationären Pflegeeinrichtungen dürfen nur Menschen aufnehmen, denen im Gutachten des MDK bescheinigt wurde, dass eine vollstationäre Pflege erforderlich ist. Dies wird manchmal als Heimbedürftigkeitsbescheinigung bezeichnet. Das kann auch ausgestellt werden, wenn die Voraussetzungen für die Pflegestufe I nicht erfüllt sind.

Der Antrag zur Einstufung in eine Pflegestufe muss bei der Pflegekasse gestellt werden.
Zu den Veränderungen durch die Pflegereformen finden sie wichtige Informationen in unseren Broschüren.

Aufzaehlung Erläuterungen zur Bedeutung von Demenz und eingeschränkter Alltagskompetenz im System der ab 2017 gültigen Pflegegrade.

Quellen: BRi, Seite 60, §15 SGB XI