Pflegestufe I - Erhebliche Pflegebedürftigkeit

Die erhebliche Pflegebedürftigkeit beginnt, wenn täglich durchschnittlich mindestens 90 Minuten lang Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens 46 Minuten auf mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege entfallen.
Wer im Dezember 2016 schon die Pflegestufe 1 hat, wird zum Januar 2017 automatisch auf Pflegegrade umgestellt. Die Pflegebedürftigen müssen nicht aktiv werden. Aus Pflegestufe 1 wird Pflegegrad 2. Wer zur Pflegestufe 1 zusätzlich auch die „eingeschränkte Alltagskompetenz“ bescheinigt hat, kommt in Pflegegrad 3.
Details zur Überleitung.

Beispiel:
Eine Dame lebt im eigenen Haushalt. Sie benötigt Hilfe um morgens aus dem Bett zu kommen, beim Waschen von Intimbereich und Unterkörper. Außerdem kann sie Hosen und Strümpfe nicht allein anziehen. Das Ausziehen klappt abends mühsam aber ohne Hilfe. Zweimal wöchentlich wird Hilfe beim Baden und Haarewaschen benötigt. Drei Mal in der Woche kommt die Tochter, bringt vorgekochtes Essen, kauft ein und macht weitere Hausarbeiten.
Hier sind meist die Voraussetzungen für die Stufe I erfüllt.
Bei Pflegestufe I werden ab dem 1.1.2015
244 € Pflegegeld bzw. 468 € als Sachleistung ausgezahlt.
Wenn eingeschränkte Alltagskompetenz (siehe BRi, Seiten 73-4) bescheinigt wurde, können seit 2015 bis zu 208 € pro Monat für die Nutzung gerontopsychiatrischer Zusatzangebote in Anspruch genommen werden – auch wenn ihnen nicht die Pflegestufe I zugesprochen wurde. Mit der Pflegereform 2012 wurde beschlossen, dass ab dem 1.1.2013 für diesen Personenkreis zusätzlich zu den Leistungen der Pflegestufe I monatlich 72 € Pflegegeld / bis zu 221 € für Sachleistungen pro Monat gezahlt werden.

Wichtig: Die meisten stationären Pflegeeinrichtungen dürfen nur Menschen aufnehmen, denen im Gutachten des MDK bescheinigt wurde, dass eine vollstationäre Pflege erforderlich ist. Diese "Heimbedürftigkeitsbescheinigung" kann auch ausgestellt werden, wenn die Voraussetzungen für die Pflegestufe I nicht erfüllt sind. Das wird in der Öffentlichkeit häufig als "Pflegestufe 0" bezeichnet.

Der Antrag zur Einstufung in eine Pflegestufe muss bei der Pflegekasse gestellt werden.
Die aktuellen Beträge für Pflegegeld und Sachleistungen finden Sie hier.
Zu den Veränderungen durch die Pflegereformen finden sie wichtige Informationen in unseren Broschüren.

Quellen: BRi, Seite 60, §15 SGB XI